Veröffentlicht am: 27. August 2026
7 Minuten Lesezeit
Die Menschen auszeichnen, die ein Team ausmachen — im Unternehmen, in der Community oder im Open-Source-Projekt. Wie GitLab Achievements funktionieren.

Jedes Team lebt von Menschen, die mehr tun als nötig: von der Person, die den Flaky Test repariert, den sonst niemand anfassen will. Von denjenigen, die einen Merge Request innerhalb einer Stunde reviewen. Von Teammitgliedern, die eine Zertifizierung abschließen. Oder von Community-Mitgliedern, die bei jedem Release wieder dabei sind. Ob das eigene Team ein Unternehmen ist, ein Open-Source-Projekt oder eine Community — in GitLab gab es bisher keine eingebaute Möglichkeit, jemandem zu sagen: Wir sehen das. GitLab Achievements ändert das.
Ein Achievement ist ein eigenes Badge, das einmal angelegt und anschließend an Personen für ihr Verhalten vergeben wird. Das kann ein Beitrag sein, ein Meilenstein oder schlicht die gute Nutzung von GitLab. Jedes Achievement hat einen Namen, eine Beschreibung und ein Avatar-Bild. Denkbar sind etwa „First merged MR“, „Certified“ oder „Contributor of the month“. Vergebene Achievements erscheinen im Profil der ausgezeichneten Person, direkt neben deren Beitragshistorie.
Ein Achievement besteht aus zwei Teilen. Das Achievement selbst ist eine wiederverwendbare Vorlage, die auf Gruppenebene definiert wird. Die Vergabe an eine bestimmte Person ist ein eigener Vorgang und kann eine optionale persönliche Nachricht enthalten. Diese Nachricht unterstützt GitLab Flavored Markdown. Damit lässt sich direkt auf den Merge Request, das Issue oder das Ereignis verlinken, für das die Auszeichnung vergeben wird. Dasselbe Badge „Contributor of the month“ erzählt so bei jeder Vergabe eine andere Geschichte.
Die Kontrolle bleibt bei den Ausgezeichneten. Eine Auszeichnung erscheint erst dann im Profil, wenn sie über einen Link aus der E-Mail-Benachrichtigung angenommen wurde. Anerkennung wird angeboten und niemandem ins Profil gesetzt.
Achievements sind seit GitLab 19.2 allgemein verfügbar, in Free, Premium und Ultimate sowie auf GitLab.com, GitLab Self-Managed und GitLab Dedicated.

Anerkennung gehört zu den günstigsten und zugleich wirksamsten Mitteln für Bindung, Motivation und Zugehörigkeit. Ein sichtbares Badge im Profil ist mit wenig Aufwand vergeben und bleibt der ausgezeichneten Person erhalten. Der Begriff Team ist dabei weit gefasst: Gemeint sein kann das eigene Unternehmen, das eigene Open-Source-Projekt oder die weitere Community. Welchen Wert das hat, hängt davon ab, wer vergibt und welches Verhalten bestärkt werden soll.
Interne Engineering- und Plattformteams
Hier fangen die meisten Teams an. Ausgezeichnet werden die Menschen, die den Laden am Laufen halten: diejenigen, die am schnellsten reviewen, Personen, die das Onboarding abschließen oder eine Zertifizierung erwerben, Mitglieder einer Guild oder eines Chapters und alle, die bei einem Incident zur Stelle sind. Ein Badge macht den Einsatz, der sonst unbemerkt bleibt, in der gesamten Organisation sichtbar.
Open-Source-Maintainer und Community-Programme
Das ist unsere eigene Geschichte und der Grund, warum wir die Funktion gebaut haben. Beitragende in Open-Source-Projekten werden selten bezahlt, Anerkennung ist deshalb oft die einzige Gegenleistung. Anerkennung muss dabei echt und sichtbar sein. Mit Achievements lassen sich externe Beitragende in großer Zahl würdigen: ein Badge „First contribution“ automatisch vergeben oder zu jedem Release ein Badge „Notable contributor“. Beitragende haben damit etwas Konkretes vorzuweisen, und auf der anderen Seite entsteht eine gleichbleibende Form, die Menschen dahinter zu würdigen.
Fünf Wege, GitLab Achievements einzusetzen:
Der Anwendungsfall, mit dem alles begann: Team und Kernbeitragende mit einem Badge kennzeichnen, damit in der Community klar ist, wer wer ist. Wer neu in ein Projekt kommt, erkennt an den Profilen, wer es pflegt, wer Reviews übernimmt und wer Fragen beantwortet. Kommt ein Badge „Hackathon winner“ dazu, wird aus einem einmaligen Ereignis eine dauerhafte Anerkennung. Anerkennung wird damit sichtbar und verschwindet nicht in einem Changelog.
Intern haben wir den Einsatz inzwischen auf gute Reviews und schnelle Rückmeldungen ausgeweitet. Darin liegt die eigentliche Lehre aus Achievements: Bestärkt wird das Verhalten, das ausgezeichnet wird. Wer sorgfältige Reviews, schnelle Antworten oder Mentoring mit einem Badge versieht, macht dem ganzen Team deutlich, was als gut gilt. Das kostet nichts und wirkt über die Zeit.
Anerkennung ist nicht nur für die Menschen da, die GitLab bauen, sondern ebenso für diejenigen, die möglichst viel damit erreichen. Ein Badge lässt sich vergeben, wenn jemand eine Zertifizierung erwirbt, einen Lernpfad abschließt oder eine Funktion tatsächlich einsetzt, die das Team einführen möchte. Für Customer-Success- und Plattformteams werden aus nüchternen Nutzungskennzahlen so Anlässe, auf die Menschen stolz sind. Ein Werkzeug gut zu beherrschen ist ebenfalls ein Beitrag.
Achievements gibt es in drei Varianten:
Damit lassen sich die Momente markieren, auf die es ankommt: der erste Beitrag, der 100. Beitrag, ein hartnäckiges Problem, das endlich gelöst ist.
Hier zahlt sich die persönliche Nachricht aus. Bei einer wiederkehrenden Auszeichnung gehört eine Nachricht dazu, die auf genau den Merge Request oder das Issue verlinkt und in einem Satz erklärt, warum. Aus einem beliebigen Aufkleber wird so die Dokumentation einer konkreten Leistung.
Da Achievements mehrfach vergeben und wieder entzogen werden können, eignen sie sich für zeitlich begrenzte Formate. Bei einem Hackathon erhält jede teilnehmende Person ein Badge. Bei einer vierteljährlichen Beitragsaktion gibt es ein Achievement in limitierter Auflage, das nur diese eine Gruppe je tragen wird. Auf diese Weise bleibt von einer Kampagne etwas zurück, ohne großen Aufwand.
Die Dokumentation zu Achievements beschreibt das Erstellen, Vergeben, Annehmen und Entziehen vollständig.
Alles lässt sich über die GraphQL-API skripten. Auszeichnungen sind damit auch in großer Zahl möglich, ebenso die Einbindung in die eigene Automatisierung — etwa ein Badge „First contribution“ in dem Moment, in dem der erste Merge Request einer Person gemergt wird.
Achievements kam nicht aus dem Kernproduktteam. Die Funktion begann als Lücke, die unser Team Co-create and Community Engineering gemeinsam mit der weiteren Community schließen wollte, festgehalten in Epic #9429. Das ist der Wert „everyone can contribute“ in der Praxis: Eine Funktion, mit der sich Beitragende auszeichnen lassen, wurde selbst von Beitragenden mitentwickelt.
Maßgeblich beteiligt war Niklas van Schrick, Community-Beitragender und Mitglied des Core Teams. Darin steckt eine schöne Symmetrie: eine Funktion zur Auszeichnung von Beitragenden, geliefert von einem Beitragenden — und nun können wir ihn dafür auszeichnen. Wer schon immer an GitLab selbst mitwirken wollte, sieht hier, dass das möglich ist. Hier geht es zum Einstieg.
Achievements zur allgemeinen Verfügbarkeit zu bringen, fiel Mattias Michaux zu, der gerade erst im Unternehmen angefangen hatte, und unserem Team. Die Funktion war halb fertig und hatte längere Zeit stillgelegen. Seine erste Aufgabe bestand deshalb nicht darin, Code zu schreiben, sondern herauszufinden, wie weit die frühere Arbeit gekommen war, was noch offen stand und wie dieser Ausschnitt einer riesigen, unbekannten Codebasis zusammenhängt.
Das ist üblicherweise der langwierigste Teil, wenn halbfertige Arbeit von jemand anderem übernommen wird. An dieser Stelle kamen GitLab Duo und Orbit ins Spiel: den vorhandenen Code erfassen, den offenen Rest verstehen und schnell arbeitsfähig werden. Im vorhandenen Zeitrahmen wäre das nach Einschätzung des Teams ohne diese Werkzeuge nicht machbar gewesen.
Die Erkenntnis daraus betrifft nicht uns. Entscheidend ist, dass der Aufwand für die Einarbeitung in eine große, unbekannte Codebasis dadurch sinkt — ob in der ersten Woche nach dem Einstieg ins Unternehmen oder beim allerersten Merge Request als Beitragende. Die Hürde für einen Beitrag ist dadurch niedriger geworden.
Anerkennung wirkt am besten, wenn sie zur Gewohnheit wird und nicht nachträglich einfällt. Also: das erste Achievement anlegen und noch in dieser Woche vergeben — an eine Person, die reviewt, an jemanden aus dem Mentoring oder an eine Person, die zum ersten Mal beigetragen hat.
Lust, die nächste Funktion dieser Art mitzubauen? Zum Einstieg als Beitragende. Und wer einen Anwendungsfall hat, an den wir nicht gedacht haben, kann ihn im Achievements-Epic teilen.
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